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medienhilfe
Friedensförderung durch Brücken der Verständigung |
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Anhaltende Krisen und erfolgreiche KontinuitätDas Jahr 2008 stand für die medienhilfe im Zeichen der Kontinuität. Die beiden grossen Programme “Westbalkan” und “Roma-Medien” konnten gesichert und erfolgreich weiter geführt werden. Der Start des geplanten Nahost-Programmes musste aus zeitlichen Gründen zurückgestellt werden. Der Bedarf nach medienhilfe ist insgesamt aber sicher nicht kleiner geworden.
Der Westbalkan macht heute nur noch selten Schlagzeilen in westlichen Medien, auch wenn die Situation alles andere als stabil ist. Bei den Präsidentschaftswahlen in Serbien trug Boris Tadic den Sieg davon. Er vertritt den Weg Richtung Europa und eine Zusammenarbeit Serbiens mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Die Verhaftung und Auslieferung von Radovan Karadzic im Juli war ein Beweis dafür. Aber weiterhin bestimmen die einseitige Unabhängigkeitserklärung des Kosovo und die wirtschaftliche Situation mit steigender Inflation und sinkender Kaufkraft das politische und gesellschaftliche Klima. Die massive Unterstützung für den Ultranationalisten Tomislav Nikolic muss daher nachdenklich stimmen und zur Vorsicht Anlass geben. In Mazedonien sind es die ungeklärte Namensfrage des Landes, die allgegenwärtige Korruption und die anhaltenden politischen Spannungen und Probleme bei den Wahlen, die die Politik beschäftigen. Auch im Kosovo sind trotz Unabhängigkeit kaum Entwicklung und Stabilität absehbar. Im Gegenteil: Die Frustrationen wachsen und drohen ständig, in neue Konflikte auszuarten. Die wirtschaftlichen und politischen Probleme in allen diesen Ländern schlagen sich unmittelbar auf die Mediensituation nieder: Sensationsjournalismus, Medienmanipulation, rechtliche Unsicherheit usw. prägen den Alltag der Medienschaffenden. Finanzielle Beiträge der Politischen Abteilung IV (Friedensförderung) des Eidg. Departementes für Auswärtige Angelegenheiten EDA und des US-amerikanischen National Endowment for Democracy sowie mehrerer Schweizer Kantone und Städte haben es der medienhilfe erlaubt, professionellen und unabhängigen Journalismus in der Region weiter zu unterstützen. Mehr berichtet wird im Westen hingegen über Roma, Europas grösste Minderheit. Ausschreitungen gegen Roma in Ungarn und Italien haben deutlich gezeigt, wie fragil scheinbar sichere Demokratien sind und wie schnell rassistische Vorurteile in rassistisch motivierte Gewalt umschlagen können. Im Rahmen unseres Roma-Programmes in Ost- und Südosteuropa können wir dagegen Erfolge vorweisen: Quantität und Qualität der Produktionen sind deutlich gestiegen und es gelingt immer besser, die Radio- und Fernsehproduktionen auch in Stationen und Sendegefässen unterzubringen, die ein breites Publikum finden. Dass in Mazedonien zwei unserer Partner von der Uno ausgezeichnet wurden, freut uns natürlich sehr und bestärkt uns in dieser Arbeit. Die medienhilfe ist weiterhin die einzige Medienentwicklungsorganisation, die systematisch und längerfristig Roma-Medien unterstützt. Möglich wurde dies vor allem dank der finanziellen Unterstützung durch das Medienprogramm des Open Society Institute (Soros-Foundation). Die Situation im Nahen Osten war geprägt von der erneuten Verschärfung des Israel/Palästina- Konfliktes. Medien wurden als Kriegsinstrumente verwendet, Medienzensur und Medienmanipulation waren ebenso an der Tagesordnung wie Übergriffe und sogar gezielte Anschläge gegen Medienschaffende. Unterstützung für unabhängiges Medienschaffen, das Brücken der Verständigung schlagen kann und damit ein Zeichen der Hoffnung gegen die alltägliche Gewalt setzt, ist dringend. Das Unterstützungsprogramm der medienhilfe ist startklar. Die intensive Programmarbeit und oft schwierigen Finanzierungsdiskussionen im Westbalkan- und im Roma-Programm haben den Start etwas verzögert. Wir hoffen nun auf eine Stabilisierung im Nahen Osten und darauf, mit unserem Programm möglichst bald einen Beitrag zu den Friedensbemühungen leisten zu können. Als Präsident der medienhilfe möchte ich - auch im Namen unserer Medienpartner in den Projektländern - allen danken, die mit ihrer Arbeit oder mit ihrer ideellen und finanziellen Unterstützung zur erfolgreichen Arbeit der medienhilfe beigetragen haben. Wir hoffen, auch 2009 wieder auf Ihre engagierte Unterstützung zählen zu dürfen. Michael Dischl, Präsident medienhilfe |
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